| 19:48 Uhr

Letzte Bundesliga-Spieltag
Wer behält im Herzschlag-Finale die Nerven?

Der Hamburger Trainer Markus Gisdol (Mitte) präsentierte sich am Freitag betont gut gelaunt – ob sich das an diesem Samstag ändert? Foto: Wagner/dpa
Der Hamburger Trainer Markus Gisdol (Mitte) präsentierte sich am Freitag betont gut gelaunt – ob sich das an diesem Samstag ändert? Foto: Wagner/dpa FOTO: Wagner/dpa
Abstiegs-Schlager in Hamburg, Fernduell um Platz drei, Hoffen auf die Europa League: Der letzte Bundesliga-Spieltag wird spannend. per lasse Korff (sid),heinz büse (dpa),ulli brünger (dpa)

Abstiegskampf: Thriller, Krimi, Drama - die ganze Fußball-Republik blickt an diesem Samstag auf die Nervenschlacht im hohen Norden. Das Duell zwischen dem Hamburger SV und dem VfL Wolfsburg um die direkte Rettung und gegen die Relegation elektrisiert die Fans und sorgt bei den Verantwortlichen für schlaflose Nächte. Auch den FC Augsburg könnte es noch treffen.

"Es ist unsere Aufgabe, das Feuer zu entfachen", sagte HSV-Trainer Markus Gisdol vor dem Saisonfinale im ausverkauften Volksparkstadion. Nur mit einem Sieg kann der HSV der dritten Relegation nach 2014 und 2015 entgehen - den Wölfen reicht ein Punkt für den Verbleib in der Bundesliga. "Das sind die Tage im Leben, die man nicht vergisst - besonders, wenn man erfolgreich ist", sagte VfL-Trainer Andries Jonker.

Alle wollen am Ende einer erneut turbulenten Saison erleichtert die Arme hochreißen - und womöglich können die HSV- und Wolfsburg-Anhänger gemeinsam feiern. Denn auch Augsburg ist noch gefährdet und könnte im Falle einer Zwei-Tore-Niederlage in Hoffenheim und eines gleichzeitigen HSV-Sieges abrutschen. "Nervosität herrscht bei uns nicht, weil wir wissen, wo unsere Stärken liegen", betonte der Augsburger Halil Altintop: "Die Ergebnisse der letzten Spiele sprechen für uns. Wir können mit richtig breiter Brust nach Hoffenheim fahren."

Champions League: Entscheidungsspiel um die Champions League, Finale im DFB-Pokal: Borussia Dortmund steht ein heißer Endspurt bevor - nicht nur in sportlicher Hinsicht. Die anhaltende Diskussion um die Zukunft von Trainer Thomas Tuchel belastet die Vorbereitung auf das Fernduell mit 1899 Hoffenheim um den direkten Einzug in die europäische Königsklasse (Platz drei). Nach langem Schweigen äußerte sich Hans-Joachim Watzke am Freitag, dementierte Berichte von einer Einigung mit Lucien Favre und verwies auf ein ausstehendes Gespräch mit Tuchel: "Wenn wir jetzt schon mit einem anderen Trainer fix wären, warum sollten wir das dann noch machen?"

Letzter Gegner am Samstag ist Werder Bremen. Ein Sieg ist Pflicht. "Platz drei hat ganz klar Priorität", sagte Sportdirektor Michael Zorc. Mehr als für die TSG, die erstmals für einen europäischen Wettbewerb qualifiziert ist, wäre Rang vier für den BVB eine Enttäuschung. Die erneute Teilnahme an der Champions League bezeichnete Watzke als "elementar wichtig". Allein in dieser Saison dürfte der Viertelfinalist in der Königsklasse über 50 Millionen Euro eingenommen haben.

Europa League: Ein Quintett hofft noch auf den Einzug in den Europapokal. Für Hertha BSC, den SC Freiburg, den 1. FC Köln, Werder Bremen und Borussia Mönchengladbach wird der Saisonabschluss zur Rechnung mit einer Unbekannten. Denn Platz sieben reicht nur, wenn Borussia Dortmund das Pokal-Endspiel gegen Eintracht Frankfurt gewinnt.

Es braucht nicht viel Fantasie, um sich vorzustellen, was beim 1. FC Köln und dem Auersmacher Jonas Hector los ist, sollte sich das Team von Trainer Peter Stöger erstmals nach 25 Jahren wieder für den Europapokal qualifizieren. Lange war das Thema in der Domstadt tabu, doch kurz vor dem Ziel wagt sogar der zurückhaltende Trainer aus Österreich voller Vorfreude einen Blick nach vorn. "Die Mannschaft ist sich bewusst, welche Größenordnung dieses Spiel für den Verein hat", sagte Stöger.

Derweil plant der Konkurrent Hertha BSC laut Medienberichten bereits eine große Party auf der Ferieninsel Ibiza, sollte der noch notwendige Punkt im heimischen Olympiastadion gegen Bayer Leverkusen geholt werden.