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Fußball-Saarlandliga
Ein echtes Endspiel lockt morgen Abend die Massen

Nachdenken über die beste Taktik: Nicht nur bei Primstals Trainer Andreas Caryot wächst vor dem letzten Spiel die Anspannung. Foto: schlichter
Nachdenken über die beste Taktik: Nicht nur bei Primstals Trainer Andreas Caryot wächst vor dem letzten Spiel die Anspannung. Foto: schlichter FOTO: schlichter
Primstal/Eppelborn. Im Saarlandliga-Spiel des VfL Primstal gegen den FV Eppelborn geht es um den Meistertitel. 2000 Zuschauer werden erwartet. Stefan Regel

Während in der Fußball-Bundesliga der "Dinosaurier" Hamburger SV mal wieder ums Überleben kämpft, könnte ein saarländischer Dino seine Liga nach oben statt nach unten verlassen. Der FV Eppelborn, seit 1985 in der Saarlandliga (vorher Verbandsliga), ist nur noch einen Sieg von der Oberliga entfernt. Das einzige Problem: Für den mit einen Punkt führenden Spitzenreiter VfL Primstal, der den Zweiten am morgigen Samstag um 18 Uhr im Allerswaldstadion empfängt, gilt das genauso.

Der Titelkampf in der Saarlandliga kulminiert in einem echten Endspiel - als hätte es der Spielplan-Gestalter geahnt. Eppelborn benötigt einen Sieg, Gastgeber Primstal reicht schon ein Remis zum Meistertitel und Aufstieg in die Oberliga Rheinland-Pfalz/Saar. An der Tabellenspitze ging es diese Saison eng zu, auch der SC Friedrichsthal und die SF Köllerbach spielten lange oben mit. Am konstantesten waren nun Primstal und Eppelborn. Auch sonst haben beide Mannschaften viele Gemeinsamkeiten: eine starke Abwehr, zwei herausragende Torjäger, eine treffsichere Offensive.

Die Eppelborner spielten, nachdem sie vergangene Saison gegen den Abstieg gekämpft hatten, von Beginn an oben mit, waren lange Tabellenführer. "Wir sind auf eine Erfolgswelle gekommen, auf der wir durch die Saison getragen worden sind. Auch der Zuschauerschnitt ist von rund 150 auf 400 explodiert", beschreibt Trainer Jan Berger und berichtet: "Vor der Saison hatte uns keiner auf der Rechnung. Wir haben richtig geile Typen in der Mannschaft, mit denen es Spaß macht." Eppelborn leistete sich nur eine kurze Schwächephase in der Saison, als es nach der Winterpause in den ersten vier Spielen drei Niederlagen gab.

Bei Primstal war es eher ein leises Anschleichen an die Spitze - ab dem 25. Spieltag ging es für den VfL aus dem oberen Tabellen-Mittelfeld unter die ersten Drei. Die Nordsaarländer haben eine junge Mannschaft, dabei profitieren sie von der ausgezeichneten Jugendarbeit der JFG Schaumberg/Prims. "Die Jungs haben diese Saison sehr engagiert und motiviert gearbeitet. Wir haben alle Mann an Bord", sagt Primstals Trainer Andreas Caryot.

Der Primstaler Lukas Biehl (wechselt im Sommer zum SV Hasborn) und der erfahrene Eppelborner Jens Schlemmer stehen beide mit 28 Toren an der Spitze der Torjägerliste. Ob so viele Tore wie beim 5:3-Hinspielsieg des FV fallen werden, ist fraglich. Eppelborn muss gewinnen und hat das erfahrenere Team, "daher ist der Druck größer", findet Caryot. Berger macht das Tiefstapeln nicht mit: "Wir fahren dahin und werden dort gewinnen", sagt er optimistisch. Und ein Akteur steigt auf jeden Fall auf: Primstals Mittelfeldspieler Pascal Schmidt wechselt nämlich pikanterweise im Sommer nach Eppelborn.

Beide Vereine rechnen mit rund 2000 Fans, aus Eppelborn fahren zwei Fanbusse. Organisatorisch warten auf den Saarlandliga-Meister große Aufgaben in der Oberliga. Deswegen entschieden sich die beiden Clubs auch erst nach längerem Nachdenken, den Aufstieg im Fall der Fälle wahrzunehmen. "Wir haben uns nicht leicht getan, der finanzielle Rahmen ist gesteckt", sagt Eppelborns Vorsitzender Günter Schmitt.

Als Dorfverein mit familiärem Flair will auch Primstal weiter an der Philosophie festhalten, auf junge Spieler aus der Region zu setzen. "Es ist ein Abenteuer", sagt Präsidiumssprecher Alwin Arm. Er stimmte erst zu, als alle finanziellen Risiken ausgeräumt waren. Die Spieler bekommen weiter keine Festgehälter, sondern nur Punktprämien und Fahrtgeld.

Trotz aller Anforderungen in der Oberliga: Duelle gegen Eintracht Trier oder den FC Homburg wären für beide Vereine ein Meilenstein. Aber auch für den Zweiten ist der Aufstiegszug noch nicht abgefahren - am Mittwoch empfängt der Saar-Vertreter nämlich in der Relegation um 19 Uhr den Zweiten der Verbandsliga Südwest, aktuell den SC Idar-Oberstein.