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Gewerkschaft fordert gleiche Bezahlung für alle Lehrer

Eppelborn. Grundschullehrer verdienen weniger als Lehrer an weiterführenden Schulen, müssen aber mehr unterrichten. Begründet wird der Gehaltsunterschied mit ihrem kürzeren Studium. Dies müsse geändert werden, fordert der Saarländische Lehrerinnen- und Lehrerverband. Ute Kirch

Gleiche Bezahlung und gleiche Unterrichtsverpflichtung für alle Lehrer: Das hat der Saarländische Lehrerinnen- und Lehrerverband (SLLV) am Mittwoch bei der Tagung seines Landesausschusses gefordert. Er kritisierte, dass etwa an Gemeinschaftsschulen Hauptschullehrer für die gleiche Arbeit schlechter bezahlt werden als Realschullehrer. Hauptschullehrer liegen in der Besoldungsgruppe A 12 (Gehalt zwischen 3150 und 4300 Euro brutto), verdienten aber trotz Zulage weniger als Realschullehrer in der Gruppe A 13 (Gehalt zwischen 3700 und 4800 Euro brutto). Beide haben eine Unterrichtsverpflichtung von 27 Wochenstunden. Lehrer an Gymnasien verdienen ebenfalls A 13, bei einer Unterrichtsverpflichtung von 25 bis 26 Stunden und größeren Aufstiegsmöglichkeiten. Grundschullehrer verdienen A 12 und müssen derzeit 28,5 Stunden, ab dem neuen Schuljahr 28 Stunden pro Woche unterrichten.

"Die Eingruppierung ist aus dem Mittelalter", sagte die SLLV-Vorsitzende Lisa Brausch, "das ganze Berufsbild hat sich geändert, die Unterschiede zwischen den Schulformen sind aufgeweicht worden." So existiere die Hauptschule seit 20 Jahren im Saarland nicht mehr, die Aufgaben eines Grundschullehrers seien vielfältiger.

Der Verband forderte daher auch die Gleichwertigkeit des Lehramtsstudiums. Dafür müsse das Studium für Grundschullehrer von acht auf zehn Semester verlängert werden. "Die kürzere Studiendauer wird als Legitimation angeführt, Grundschullehrer schlechter zu bezahlen", erklärte Brausch. In den zusätzlichen Semestern könnten die angehenden Lehrer intensiver auf die Bereiche Inklusion, individuelles Lernen und frühes Fremdsprachenlernen vorbereitet werden.

Darüber hinaus forderte der SLLV, die Zahl der Studienplätze für das Grundschullehramt an der Saar-Uni von 45 auf 90 zu verdoppeln, nachdem die ursprüngliche Zahl von 60 gesenkt worden war. Auch müsse an Förderschulen die mobile Lehrerreserve eingeführt werden, wie es sie an anderen Schulformen gibt. Derzeit gebe es bei langfristigen Erkrankungen eines Lehrers keine Vertretung, sodass die Schüler in dieser Zeit keine Förderung erhielten.

Intensiv diskutierten die Lehrer die Herausforderung durch die Flüchtlingskinder. Der SLLV mahnte hier stärkere Unterstützung an, etwa in Form von mehr Schulsozialarbeitern und -psychologen. Das Thema soll im Herbst bei der Vertreterversammlung im größeren Rahmen erneut diskutiert werden.

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