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Mehr Personal für die Beratung

Der Geschäftsführer der Caritas Saarpfalz, Andreas Heinz, mit dem Team der Schwangerschaftsberatung (von links): Gisela Prinz, Nina Weinmann und Angela Huwig. Foto: Cornelia Jung/Caritas
Der Geschäftsführer der Caritas Saarpfalz, Andreas Heinz, mit dem Team der Schwangerschaftsberatung (von links): Gisela Prinz, Nina Weinmann und Angela Huwig. Foto: Cornelia Jung/Caritas FOTO: Cornelia Jung/Caritas
St Ingbert. Auch durch Flüchtlingsfamilien hat die Arbeit ständig zugenommen, sagt die Caritas: Deswegen wurde das Schwangerenberatungs-Angebot in St. Ingbert personell ausgeweitet. Angela Huwig und Nina Weinmann gehören nun mit zum Team der Caritas-Schwangerenberatung. red

Beim Caritas-Zentrum Saarpfalz ist eine katholische Beratungsstelle für Schwangerschaftsfragen angesiedelt, die bisher die Sozialarbeiterin und -pädagogin Gisela Prinz allein betreute. Aller zwei Wochen bot sie nach vorheriger Absprache auch eine Terminsprechstunde in St. Ingbert an. Aufgrund des wachsenden Informationsbedarfs, gerade durch Flüchtlingsfamilien, nahm die Arbeit stetig zu. Der Caritasverband hat durch den bischöflichen Fond für Flüchtlinge die Möglichkeit, diesem Bedarf zu begegnen und zusätzliche Mitarbeiter in St. Ingbert zu finanzieren. Seit Oktober teilen sich Angela Huwig und Nina Weinmann, die als Betreuerinnen des Caritas-Kinderhauses bekannt sind, zusätzlich eine drittel Stelle in der Schwangerschaftsberatung.

Gerade durch den Zuzug vieler ausländischer Mitbürger gibt es immer mehr Rat suchende Frauen, die sich über Fragen rund um Schwangerschaft und Geburt informieren wollen. Auch in St. Ingbert steigt der Bedarf. "Wir beraten zunehmend über finanzielle Förderungen und vermitteln Gelder aus der Bundesstiftung ,Mutter und Kind'. Das ist ein Türöffner, um mit den Frauen ins Gespräch zu kommen", sagt Gisela Prinz. In diesen gehe es eben nicht nur um Schwangerenberatung, sondern in gleichem Maße um Trennung, Gewalt und den Druck, der vielen Frauen bezüglich einer Abtreibung von ihren Familien gemacht werde. Thematisiert werden aber auch eine abgebrochene Ausbildung und die Entwicklung möglicher Perspektiven für ein selbstbestimmtes zukünftiges Leben der Hilfe- und Ratsuchenden. Viele ihrer Klienten hätten keine Berufsausbildung, verdienten wenig Geld, beziehen staatliche Beihilfen, seien oft mit behördlichem Schriftverkehr überfordert und fragten viel zum "komplexen Thema" Elterngeld nach, weiß Prinz, die in diesen Fällen Hilfe bei der Antragstellung anbietet.

Bis zum dritten Lebensjahr

Was diese katholische Schwangerenberatung gegenüber anderen ähnlichen Angeboten auszeichne, sei die Tatsache, dass die Betreuung der Eltern nicht mit der Geburt des Kindes ende, sondern bis zu dessen drittem Lebensjahr fortgeführt werde. Angela Huwig und Nina Weinmann haben an ihren Arbeitstagen, Donnerstag- beziehungsweise Freitagvormittag, schon erste Gespräche geführt und dass, obwohl es noch keine offizielle Vorstellung des Angebots gab. Der Bedarf ist da. Von 244 Ratsuchenden im Kreis war 2015 rund ein Fünftel aus St. Ingbert , Tendenz steigend.

Außerdem besuchen sie mit einem Angebot zur sexualpädagogischen Prävention, das von Gisela Prinz entwickelt und etabliert wurde, Bildungseinrichtungen von der Grund- bis zur Berufsschule. Die beiden Diplom-Pädagoginnen brachten mit ihrer Ausbildung und der Nähe zum Kinder- und Jugendbereich im Kinderhaus ideale Voraussetzungen für diese Arbeit mit. "Im Bereich der Schwangerenberatung wird es für sie noch interne Schulungen geben. Die Beratung in St. Ingbert ist eine Stärkung unseres Angebots und mit dieser Aufstockung bleibt auch für Homburg mehr Zeit", ist Andreas Heinz, Einrichtungsleiter des Caritas-Zentrums Saarpfalz, froh über die finanzielle Unterstützung, "Unsere Not ist durch unsere Referentin, Christine Lampert, zum Bischof gelangt. Normalerweise wird die Schwangerenberatung aus Mitteln des Landes bezahlt, doch der Bedarf geht weit über dessen Verteilungsschlüssel hinaus. Da wollte die katholische Kirche nicht zuschauen."

Die Art der Beratung habe sich durch die ausländischen Mitbürger ebenfalls geändert. "Sie ist aufwendiger geworden, auch aufgrund der Sprachbarriere", sagt Prinz. Wie durch die Flüchtlinge die Inanspruchnahme des Angebots gestiegen ist, zeigen die Zahlen. Waren 2015 noch rund 46 Prozent der Ratsuchenden ausländische Mitbürger, die Deutschen mit Migrationshintergrund nicht mitgezählt, stieg deren Anteil im laufenden Jahr bisher bereits auf weit über 70 Prozent.

"Die Frauen sind dankbar, dass wir sie ernst und uns Zeit für sie nehmen und manchmal kommen sie auch später noch mit ihren Kindern und stellen sie uns stolz vor", so Prinz. Auch die Mitarbeiter der Flüchtlingshilfe und die Behörden wurden aufmerksam und verweisen immer häufiger an die Schwangerenberatung der Caritas .

Die katholische Schwangerenberatung in St. Ingbert ist im Elisabeth-Haus der Caritas in der Kaiserstraße 63 in St. Ingbert angesiedelt. Terminvereinbarungen können telefonisch unter der Nummer (0 68 94) 9 26 30 oder online unter www.caritas-zentrum-saarpfalz.de erfolgen.

Vereinbarte Sprechstunden finden dort immer donnerstags und freitags von 9 bis 12 Uhr statt.

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