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Altes Zeitzeugnis in neuem Glanz

Wittersheim. Die Restaurierung des 115 Jahre alten Wegekreuzes Ecke Erfweiler- /Merowingerstraße ist abgeschlossen. Spenden machten es möglich. Jörg Martin

"Du musst mir sagen, wo Du das Geld immer findest. Das klappt bei mir nicht so", scherzte Bürgermeister Gerd Tussing zu Ortsvorsteher Wendelin Lonsdorf. Die beiden Politiker weihten zusammen mit Pfarrer Ulrich Nothof das restaurierte Wegekreuz an der Ecke Erfweiler-/Merowingerstraße ein. "Ich bin überrascht, das Kreuz vor so einer Kulisse einzuweihen", zeigte sich Lonsdorf vom Besuch beeindruckt. Das Prachtwetter und der Musikverein Wittersheim-Bebelsheim, wie immer zuständig für die feierliche Umrahmung, taten ihr Übriges. Es ist das dritte Denkmal innerhalb eines Jahres, welches nun wieder in neuem Glanz erstrahlt. Fünf Wegekreuze gibt es im Mandelbachtaler Ortsteil. Das Friedhofskreuz und das an der Kirche stehen noch aus.

Ein Kreuz rege zum Anhalten und zum Nachdenken an, verwies Pfarrer Nothof. Das Kreuz habe kurz vor dem Zerfall gestanden und sei hinter Hecken und Sträuchern verborgen gewesen, blickte der Ortsvorsteher zurück. Der Ortsrat habe keine Mittel für die Restaurierung zur Verfügung gehabt. Nur durch das ehrenamtliche Engagement der Wittersheimer und der Sponsoren sei alles möglich gewesen. Geduld und langer Atem zahlten sich aus, erklärte Wendelin Lonsdorf.

Finanziert wurde die Restaurierung des 115 Jahre alten Zeitzeugen durch private Spenden, Zuwendungen der Jagdgenossenschaft, Philipp Muck, Festerlöse des Dorfvereins und Zuschüsse des Kreises sowie des Landrates. Der Gemeindebauhof hat das Wurzelwerk entfernt. Ein Projekt für Langzeitarbeitslose der Neuen Arbeit Saar wird noch die Verblendung der Mauer vornehmen und eine kleine Treppe bauen, nachdem das Umfeld kurz vor der Einweihung angelegt wurde.

Alle Kreuze im Ort sind Bestandteil des Gemeinschaftsprojektes "Wanderweg Kreuze am Wegesrand". Die Restaurierung des Kreuzes durch die Niederwürzbacher Firma Gerd Abel begann kurz nach der Demontage im November. Das Fundament wurde Ende Februar von MS Bau erstellt, nachdem der Dorfverein sich um den Aushub und das Roden gekümmert hatte. Seit dem 29. März steht es wieder auf seinem Platz.

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Wie Dorfhistoriker Heribert Ochs herausfand, sind die Eheleute Johann Bartscherer ("Dollermichels") und Catharina Quack die Stifter des 1902 aufgestellten Sandsteinkreuzes. Sie heirateten am 2. Juni 1894. "Voller Wunden Voller Blut hängt am Kreuz das höchste Gut", lautet die Inschrift. Vier Kinder des Paares verstarben. Zu deren Gedenken und zur Hoffnung, dass der im Jahre 1902 geborene Sohn Albert Jacob nicht das gleiche Schicksal erleiden soll, stifteten sie das Kreuz. Vermutlich hat Johann Bartscherer es als Steinhauer-Polier selbst erstellt, so der Historiker.

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