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Jubel und Appelle: Vergabe des Jugendliteraturpreises

Saarbrücken. Juror Stefan Hauck, Redakteur des Börsenblatts, konnte nicht mal den ersten Satz seiner Laudatio beenden: Seine Worte gingen im brandenden Jubel der Gäste unter. Allein 60 Schüler(innen) drängelten sich am Freitagmorgen in der Saarbrücker Staatskanzlei, wo festliche Stimmung herrschte: Zum fünften Mal verliehen die Europäische Kinder- und Jugendbuchmesse und die Stiftung für die deutsch-französische kulturelle Zusammenarbeit den Deutsch-Französischen Jugendliteraturpreis, ausgelobt diesmal in der Kategorie Jugendbuch. Nominiert waren je sechs Autoren aus Deutschland und Frankreich. Kerstin Krämer

Als deutsche Preisträgerin wurde Angela Mohr prämiert: In ihrem Roman "Zwei Tage, zwei Nächte und die Wahrheit über Seifenblasen" macht die Stuttgarterin, als Kind selbst von einem Sprachfehler betroffen, Kommunikation zum Thema und erzählt von der Annäherung zweier gegensätzlicher Außenseiter auf der Flucht vor sich selbst. Die französische Preisträgerin Muriel Zürcher schildert in "Robin des graffs" die Freundschaft zweier Rebellen: eines modernen Pariser Robin Hoods und eines kleinen Mädchens.

Bücher bauen Brücken, diesen Zweck des grenzüberschreitenden Austauschs verfolgt auch der 2013 geschaffene Literaturpreis. Ehrensache, dass es Appelle an das "Zukunftsprinzip Europa" regnete: von Ministerpräsidentin Kramp-Karrenbauer (die sich mit Frankreichs Botschafter Philippe Etienne die Schirmherrschaft teilt), von Generalkonsulin Catherine Robinet, von Roland Theis aus dem Verwaltungsrat der Fondation Entente Franco-Allemande. Und natürlich von Doris Pack, als Vorsitzende von Stiftung und Buchmesse quasi die Geburtshelferin des Preises.