Saarbrücken | 24. März 2017 | Autor: Barbara Scherer

Schanzenrekorde junger Saarländer

Beim Landeswettbewerb „Ideenspringen“ wurden gestern 30 Schüler und Schülergruppen ausgezeichnet.


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Eine neue Sprungschanze für einen Winterort wird gesucht, die zugleich das neue lokale Wahrzeichen werden soll. Neben der Einhaltung diverser Vorgaben muss eine größtmögliche Sprungweite erreicht werden, außerdem soll die Gestaltung originell sein. Ein neues Bauprojekt im Saarland? Nein – sondern der Schülerwettbewerb „Ideenspringen“ der Ingenieurkammer des Saarlandes. Die Gewinner wurden gestern im Günter-Hotz-Hörsaal der Universität des Saarlandes ausgezeichnet.

Mehr als 300 Schüler aus 23 saarländischen Schulen hatten mehrere Monate Zeit, ihre Ideen mit Holz, Pappe und weiteren Materialien umzusetzen. Schon die Namen der Modelle zeugen von Kreativität: etwa „Skikarus“, „Weltraumschanze Galaktika“ oder „Der speiende Affe“. Die insgesamt 116 eingereichten Beiträge folgen zwar alle denselben Vorgaben, unterscheiden sich aber in der Ausarbeitung enorm. Manche präsentierten sich quietschbunt mit allerlei Dekorationen, andere hingegen eher nüchtern und elegant. „Jedes Modell hat seine eigene Schönheit“, befand der Schirmherr des Wettbewerbs, Bildungsminister Ulrich Commerçon (SPD).

Ausgezeichnet wurden insgesamt 73 Schüler mit 30 Preisen, 15 in jeder der beiden Altersgruppen. Den ersten Platz in der Gruppe bis Klassenstufe acht belegte Julian Schwaiger. Das Modell „High Light“ des 14-Jährigen von der Integrierten Montessori-Gemeinschaftsschule in Friedrichsthal sei „super gelungen, wirklich ein Highlight“, sagte Jurymitglied Christine Mörgen. Die Idee, dass die Schanze leicht und elegant wirken sollte, war gelungen: Das filigrane Holzgerüst mit der nahezu transparenten Folie setzte sich gegen alle Mitbewerber durch.

In der Gruppe ab Klassenstufe neun räumte eine Gruppe aus vier Schülern vom TGBBZ 1 Saarbrücken den ersten Preis ab. Für ihre Schanze „Sky jump one“ haben Sebastian Willms, Denis Aller, Fabienne Detzen, Frederik Ding und Lucas Schwarz nur Holz verwendet. Passend dazu erschienen die Berufsschüler zur Preisübergabe in Zimmererkluft. Dass sie bei der Gestaltung und Ausarbeitung ihres Modells viel Wert auf Design gelegt hatten, lobte Jurymitglied Franz-Josef Weber und betonte, dass ein solches Modell auch „hohes handwerkliches Geschick und genaue Planung“ voraussetze.

Die Sieger in den beiden Gruppen freuen sich nicht nur über ein Preisgeld von 250 Euro, sie nehmen auch am Bundeswettbewerb teil. Dieser findet am 16. Juni im Technikmuseum in Berlin statt. In den vergangenen Jahren sei das Saarland dort immer sehr erfolgreich gewesen, freute sich Manfred Schmitt, Präsident der Universität des Saarlandes, und ergänzte: „Ich drücke den Schülern die Daumen.“ Ob Julian Schwaiger das überhaupt nötig hat, ist allerdings unklar: Er startet bereits zum vierten Mal als Landessieger in den Bundeswettbewerb.

 

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Die Gewinner des Wettbewerbs Insgesamt wurden jeweils 15 Projekte von Schülern beziehungsweise Schülergruppen in zwei Altersgruppen ausgezeichnet – einmal bis Klasse acht und einmal ab Klasse neun. Die Ergebnisse sind im Internet zu finden. www.ing-saarland.de