Ludweiler | 26. Januar 2017 | Autor: Andreas Lang

Wo Schüler in die Berufswelt hineinschnuppern können

Wer schlechte Kopfnoten hat und viele Fehltage, hat schlechte Chancen. Praktische Informationen wie diese und darüber hinaus wichtige Einblicke in Institutionen und Unternehmen gab es bei der Berufsmesse an der Ludweiler Graf-Ludwig-Gemeinschaftsschule. Knapp 250 Schüler profitierten von dem Angebot.


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Ein Spielzeugauto vermag den Schülern der Graf-Ludwig-Gemeinschaftsschule in Ludweiler allerhand über Physik und Chemie zu offenbaren. So müssen Lea Herr und Marco Schröter nur ein Weilchen an einer Kurbel drehen, die über ein Kabel mit dem Spielzeugfahrzeug verbunden ist. Dann stecken sie noch zwei Kabel an. Und das scheinbar nur mit Wasser betankte Gefährt setzt sich in Bewegung. Mitschüler Daniel Scheffner nennt das Zauberwort, das dies ermöglicht: „Elektrolyse.“

Scheffner erklärt ausführlich, was da vor sich geht. Die Kurzversion: Mit der Kurbel erzeugen Lea und Marco Strom, der für den Natur-Vorgang notwendig ist. Das Wasser im Tank wird in seine Atome Wasserstoff und Sauerstoff zerlegt, und eine Brennstoffzelle macht daraus wieder Elektrizität – die dann das Auto antreibt. Aktionen wie diese sollen in der Projektwoche an der Schule zum Thema Berufsausbildung die Talente der jungen Leute offenbaren.

Zum fünften Mal veranstaltet die Graf-Ludwig-Gemeinschaftsschule eine solche Woche für die Klassenstufen acht bis elf mit knapp 250 Schülern. Zum Beispiel im Bereich Naturwissenschaften – die werden an diesem Tag vor allem mit praktischem Hintergrund präsentiert. Die Berufsmesse zieht aber auch Ausbildungsbetriebe und Institutionen an, wie Projektleiterin Nina Macek weiß: „Lidl und ZF sind dieses Mal erstmals dabei.“

Der Discounter verblüfft dabei mit seiner Jobvielfalt – denn vom Verkauf bis ins Management sind Ausbildungsberufe zu vergeben. Unter anderem erfahren die Schüler von den Arbeitgebern, dass von Schülern oft als nebensächlich wahrgenommene Zensuren eine große Wirkung haben können: die so genannten Kopfnoten für Mitarbeit und Betragen sowie die Anzahl der Fehltage. Fehlt also jemand häufig oder arbeitet wenig mit, landet seine Bewerbung auf dem Stapel, der im Unternehmen keine weitere Rolle mehr spielt.

Wer diese Hürde genommen hat, ist auch noch nicht am Ziel. „Bei uns gibt es ein Punktesystem“, sagen die Polizisten Klaus Steinmann und Pierluigi Vella im entsprechenden Workshop. Und irgendwann gilt es dann, im Bewerbungsgespräch von sich zu überzeugen. Das will trainiert sein, also gibt es auch dazu bei der Berufsmesse einen Workshop.

Bestatter, Speditionen, die Arbeiterwohlfahrt, Hoteliers und viele mehr stellen sich samt Anforderungen vor. Ebenso die Industrie- und Handelskammer (IHK) und die Handwerkskammer (HWK). Erstmals sind die elften Klassen dabei, deshalb auch die Universität des Saarlandes und die Hochschule für Technik und Wirtschaft.

Lehrerin Macek sagt: „Für unsere angehenden Abiturienten ist das ja noch eine ganz andere Welt, wir wollen hier schon einmal Berührungsängste abbauen.“ Für die achten Klassen ist dies oft der erste Kontakt zur Berufswelt. „Sie müssen vor den Sommerferien noch ein Betriebspraktikum machen, hier entstehen die Kontakte dazu“, so Macek. In der Vergangenheit habe das auch immer gut geklappt.











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