Saarbrücken | 11. Mai 2015 | Autor: David Benedyczuk

Der ganze Sport in einer Nacht

Bei der „Nacht des Sports“ des Landessportverbandes für das Saarland herrschte Hochbetrieb. Ob Jung oder Alt, die meisten ließen es sich nicht nehmen, das Angebot von mehr als 50 Sportarten einer eingehenden Prüfung zu unterziehen.


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Rugby, Handball, Fechten, Ringen. Viele Sportarten sind am Freitag bei der ersten „Nacht des Sports“ in Saarbrücken vertreten. Wer noch keine Erfahrungen damit gemacht hatte, konnte an der Hermann-Neuberger-Sportschule hineinschnuppern. Oder beim „Jugger“ mitmachen. Dessen Wurzeln beruhen auf einem australischen Film. „Jugger“ kombiniert Elemente der erwähnten Sportarten.

Unter dem Trommelwirbel des Schiedsrichters geht es los: Fünf Akteure jeder Mannschaft stürmen auf den in der Mitte des Spielfelds platzierten Ball, den „Jugg“ los, der einem Hundekopf nachempfunden ist. Jeweils vier Spieler sind mit Ketten, Schildern und gepolsterten Stäben, die man „Pompfen“ nennt, bewaffnet. Ihr Ziel ist es, dem „Läufer“, der als einziger den „Jugg“ nehmen darf, zu ermöglichen, das Spielgerät im gegnerischen Mal zu platzieren. Dafür gibt's Punkte. Wer von den Waffen getroffen wird, muss ein paar Trommelschläge lang stillhalten. Klingt martialisch, ist aber ungefährlich, wie Larissa Schmitt vom Jugger-Sportclub Saar-Pfalz versichert. Na gut, „wenn man es richtig spielt, bleiben blaue Flecken nicht aus“, sagt die 22-Jährige.

Auch die ganz Jungen versuchen sich an der noch unbekannten Sportart. „Es war so mittel“, berichtet der sechs Jahre alte Lasse aus Beckingen. Jakob aus Saarfels findet „Jugger“ dagegen „super“. Aber darum geht es ja bei der „Nacht des Sports“ des Landessportverbands für das Saarland (LSVS) ja auch: Ausprobieren und herausfinden, ob es zu einem passt oder nicht. Lasses Mutter Anja Herrmann sagt begeistert: „Das Angebot ist sehr vielfältig, da kann man sich wunderbar ein Bild von allem machen.“ Die 40-Jährige erklärt: „Zunächst waren wir beim Bewegungsparcours und bei der Schnitzelgrube, jetzt geht es zum Klettern.“

Eine ebenfalls recht neue Sportart ist „Ultimate Frisbee“. „Sie ist aus den USA, wo es sie Studenten gespielt wird, zu uns rüber geschwappt“, sagt Kevin Krämer aus Elversberg. Der 19-Jährige spielt seit zwei Jahren bei den St. Ingbert Indians. Er erklärt die Regeln: „Kein Schiri, Sieben gegen Sieben, zwei Endzonen, die ein Fünftel des Spielfelds ausmachen. Ziel ist es, den Frisbee dort an den Mann zu bringen.“ Wobei der Spieler in Frisbee-Besitz stehen bleiben muss. Fällt das Spielgerät zu Boden, wechselt das Angriffsrecht. Im Laufe des Abends hätten sich einige Besucher näher mit „Ultimate Frisbee“ vertraut gemacht, erzählt Krämer: „Einige haben gesagt, dass das genau das Richtige für sie wäre.“

Testen, auf den Geschmack kommen – der Hauptaspekt der „Nacht des Sports“. „Eine schöne Sache“, sagt Catherine Jurecka aus Saarbrücken. Sie ist mit Ehemann, Tochter und Sohn zur Sportschule gekommen: „Gerade für die Kinder ist es interessant, Sportarten, auf die man sonst nie kommen würde, zu sehen und auszuprobieren.“

„Ein Lob an all die Trainer und Betreuer“, sagt Annabell Andre, die mit ihrer Mitstudentin Sandra Sudmöller gerade beim Kickboxen war. Beide spielen Volleyball, haben nun aber andere Sportarten getestet. Für Sudmöller ist Kickboxen eine Option: „Ich fand das echt cool. Nächstes Semester gucke ich mir das Angebot an der Uni auf jeden Fall mal an.“

Von der Vielfalt an Angebote ist Dominik Moskau aus Saarbrücken begeistert: „Es ist interessant.“ Sein Vater sagt: „Ich finde das Konzept gut. Man hat die Möglichkeit, andere Sportarten auszutesten. Sommerbiathlon zum Beispiel ist so eine Geschichte, die man sonst ja nicht so macht.“ LSVS-Präsident Klaus Meiser ist zufrieden: „Die Veranstaltung war ein voller Erfolg. Man sieht es ja: Es herrscht eine tolle Stimmung und buntes sportliches Treiben. Das ist Werbung für den Saarsport in seiner ganzen Vielfalt.“ Zudem zeigt sich Meiser „optimistisch, dass es sich auch für die Vereine gelohnt hat“. Denn nicht nur Ramona Hoffmann aus Saarlouis erklärt: „Ich finde das richtig klasse, dass man die ganzen Sportarten testen und auch hinterfragen kann.“ Ihr Ehemann Christian Hoffmann ergänzt: „Ich fand es richtig gut, bin restlos begeistert.“

Johann Peltzer aus Gronig-Oberthal ist Vize-Präsident des deutschen Dart-Verbands und Präsident des Saarländischen Dart-Verbands. Er sagt zur „Nacht des Sports“: „In wie weit wir als Verband profitieren, wird man sehen.“ Die Leute hätten beim Angebot seines Verbandes „die ganze Zeit Schlange gestanden. Ich habe natürlich die Hoffnung, dass einige beim Dart hängen bleiben. Bisher ist es aber so, dass das Interesse zwar groß ist, aber niemand in die Vereine geht“.










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