Saarbrücken | 14. April 2016 | Autor: Cathrin Elss-Seringhaus

Grundschulreform kommt

Die Landesregierung nimmt eine Grundschulreform in Angriff, die die Belastung von Lehrkräften und Rektoren reduzieren soll. Das wurde gestern in der Staatskanzlei vereinbart.


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. „Wir erkennen die besondere Belastung der Grundschullehrer und sind bereit, etwas zu tun.“ Das sagte Ministerpräsidentin Annegret Kramp-Karrenbauer (CDU) gestern der SZ nach einem Gespräch mit dem Saarländischen Lehrerinnen- und Lehrerverband (SLLV). Beim Treffen in der Staatskanzlei, an dem auch Kultusminister Ulrich Commerçon (SPD) teilnahm, wurde mit der SLLV-Landesvorsitzenden Lisa Brausch nun verbindlich die Entlastung vereinbart, die Commerçon bereits am Tag zuvor gegenüber der SZ angekündigt hatte: Die Grundschullehrer sollen 0,5 Stunden pro Woche weniger unterrichten, nur noch 28 Stunden. Nach einer Statistik des Kultusministeriums ist die derzeitige Unterrichtsverpflichtung im Saarland mit 28,5 Stunden die höchste im Bundesländer-Vergleich. In den anderen Ländern halten Grundschullehrer zwischen 27 und maximal 28 Unterrichtsstunden pro Woche.

Der SLLV hatte das Zurückfahren der Stundenzahl als wichtigstes Entlastungs-Instrument definiert. Die Erfüllung dieser Forderung hatte erste Priorität. Der SLLV schlug vor, die Reform, die zur Einstellung von rund 30 zusätzlichen Lehrkräften führen dürfte, bereits zum neuen Schuljahr umzusetzen. Gesprochen wurde in der Staatskanzlei auch über eine Entlastung der Schulleiter und Konrektoren; Vereinbarungen wurden dazu jedoch noch nicht getroffen.

Geeinigt hat man sich darauf, dass die Finanzierung durch „Umschichtungen im System“ laufen soll, ohne dass der Doppelhaushalt oder andere bildungspolitische Ziele gefährdet werden. Ob damit die Nachmittagsbetreuung an (freiwilligen) Ganztagsschulen gemeint ist, ließ Kramp-Karrenbauer gegenüber der SZ offen. Nicht nur das Kultusministerium soll nun Umschichtungs-Vorschläge einbringen, sondern auch der SLLV. An Pfingsten wird das nächste Treffen stattfinden.

Derweil stieß das Vorhaben auf breite Zustimmung im Land, löste zugleich jedoch eine Lawine weiterer Forderungen zur Verbesserung der Grundschulsituation aus. Die Piraten wollen mehr Geld für den Verwaltungsapparat an Grundschulen, etwa für ein eigenes Sekretariat, das nicht von den Rektoren mitgeführt werden muss. Die Linke hält mehr Förderlehrer, Psychologen und Schulsozialarbeiter für zwingend. Außerdem müsse die Kürzung der Eingangsbesoldung für Junglehrer zurückgenommen werden. Die Jusos sehen zudem dringenden Investitionsbedarf in den Ausbau der Ausstattung und der schulischen Infrastruktur, und die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) im Saarland tritt generell für eine bessere Bezahlung der Grundschullehrer ein.










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